WINDIGE ANSICHTEN mit FRANZ ALT
MUSEUM WIESBADEN
GUTES BEWAHREN
BEWÄHRTES FÖRDERN
NEUES ENTFALTEN
REGIONALES STÄRKEN
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
TEXTE
EVENTMANAGEMENT
EINE STADT MACHT BLAU mit BORIS PALMER
QUERDENKEN KREATIVHANDELN

Windige Ansichten

Geschrieben von skr am .

Der blaue Planet, die Stadt Wiesbaden und das Sofa der Argumente.

Eine politische Veranstaltung der etwas anderen Art fand am 14.11.14 in den Räumen des ehrwürdigen Wiesbadener Landesmuseums statt. Das Regionalbündnis Energiewende bot eine Bühne, welche für Überraschungen beim Publikum sorgte, die in ihrer Vielzahl nicht nur wegen Franz Alt gekommen waren, sondern die Windkraft auf dem Taunuskamm diskutieren wollten.

Bürgersofa

In das Museum Wiesbaden hatte am Freitag das Regionalbündnis Energiewende (ewwt) Bürger zu der Informations- und Diskussionsveranstaltung „Windige Ansichten - heute. verantwortlich. für morgen.“ eingeladen. Themen waren neben den Aspekten der Auseinandersetzung zur Windkraft auf dem Taunuskamm, der kommunale Klimaschutz und Lösungen zum Vorantreiben der lokalen Energiewende.

Die Organisatoren hatten darauf Wert gelegt, das Veranstaltungsprogramm besonders für Bürger interessant zu machen, die politische Veranstaltungen normalerweise meiden. Das Konzept ging auf. Die Wiesbadener kamen zahlreich, um die Vorträge von Franz Alt (Journalist, Fernsehmoderator SWR Report, Autor und schon seit den den 80ern Verfechter der Erneuerbaren Energien) sowie Joachim Mengden (Leiter Umweltamt Wiesbaden) zu hören und der Talkrunde zum Kernthema „Hohe Wurzel“ beizuwohnen.

Franz Alt CO2 KurveFranz Alt lieferte auf seine bekannt deftige, humorige Weise über eine Stunde Fakten und Argumente am laufenden Band. 90 Prozent der Deutschen seien für die Energiewende, jedoch fehlten flächendeckend die ineinandergreifenden Lösungen. 1896 habe Werner von Siemens das erste Elektroauto entwickelt, jedoch habe diese Mobilität bis heute den Markt nicht richtungsweisend erreicht. Volkswagen bewahre das Ein-Liter-Auto im konzerneigenen Museum auf. Gabriel müsse den Fuß von der Bremse nehmen und sich von der Kohleenergie abwenden, Politiker nicht nur bis zur nächsten Legislaturperiode denken. Warum seien die Wiesbadener Dächer noch völ-lig ungenutzt, polemisierte er.

Alt zeigte die Möglichkeiten der intelligenten Energiewende auf, um das Klimaschutz-Ziel 2050 zu erreichen. Bereits 140 Bio-Energie-Regionen haben sich entschlossen die Energiewende bis 2030 zu realisieren. Er propagierte vehement den Mix aus Bio-, Solar- und Windenergie, dabei sprach er sich heftig gegen Monokulturen aus. Raps habe wenig Biomasse, Schilfgras hingegen die 15fache Menge.
Anhand einer Jahresklimakurve zeigte er auf, dass die Kombination aus Sonne‚ Wind und Biothermik bei uns auf beste Voraussetzungen trifft.

Joachim MengdenJoachim Mengden stellte das Klimakonzept der Stadt Wiesbaden vor (Videomitschnitt folgt in Kürze auf www.YouTube.com/TaunussteinerEnergiewende).

Talkrunde zur Windkraft auf dem TaunuskammIn der Talkrunde zum kontrovers diskutierten Thema der zehn geplanten Windkraftanlagen auf der Taunushöhe über Wiesbaden sprach für die Windkraft Hans-Werner Greß, den Standpunkt dagegen vertrat Lutz Schulmann, Katharina Maehrlein nahm teil, um sich als Taunussteinerin über Für und Wider ein Bild zu machen.

In das Rahmenprogramm hatten die Veranstalter eine zum Themenkomplex passende Karikaturenausstellung des Künstlers Gerhard Mester geholt. Eine eigens für die Veranstaltung gezeichnete und gespendete Karikatur wurde vom Moderator der Veranstaltung, Dirk Vielmeyer, unter Applaus des Publikums versteigert.

Ana Lorena Die Pausen bereicherte die mexikanische Sängerin Ana Lorena Villatoro. Für Gaumenfreuden sorgte das Weingut Hirt-Gebhardt mit dem Roten Riesling, einer zu den alten, fast vergessenen Sorten gehörenden Rebe, Kaisers Biobäckerei und der Bio-laden der Schulze-Delitzsch-Schule.
Arno Goßmann, Franz Alt in Wiesbaden

Auch Bürgermeister Arno Gossmann erwarb am Büchertisch des Buch-Cafes nero39 ein signiertes Buch von Franz Alt und tauschte sich mit dem Autor aus.

Die Besucher sowie Veranstalter und Organisatoren waren mit dem Abend rundum zufrieden. Ein teilweise schwieriges Thema, für alle zugänglich zu machen und das Gespräch darüber anzuregen, war gelungen. Ein informativer und unterhaltsamer Abend sei es gewesen, so die Stimmen der Teilnehmer, die auf dem Bürgersofa vor einer Kamera Platz genommen hatten, um sich individuell und persönlich zum Thema zu äußern.

Das Regionalbündnis Energiewende plant in Zukunft weitere Veranstaltungen, die den Bürgern der Region das für die Zukunftssicherung wichtige Thema noch näher bringen sollen.


Stets aktuelle Informationen zum Thema auf :: ewwt.de

Fotos :: Peter Wolf